Plädoyer für Seeaquaristik - Suedseefauna2016

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Plädoyer für Seeaquaristik



Ein leidenschaftliches Plädoyer für die moderne Seewasseraquaristik...

Warum die moderne Meerwasseraquaristik einen echten Beitrag zum Umweltschutz leisten kann

Immer wieder wird von Naturschutzverbänden und Politikern eine Beendigung des Imports tropischer Tier- und Pflanzenarten nach Deutschland und Europa gefordert. Dabei sorgen immer wieder so genannte Positivlisten für heftige Diskussionen. Sicher, jeder Flug mit Lebendware aus Übersee belastet unsere Stratosphäre, und es mag in Einzelfällen durchaus zutreffend sein, dass skrupellose Tierhändler seltene Arten in ihrer Existenz bedrohen, die nur in kleinen Verbreitungsgebieten beheimatet sind und dort endemisch vorkommen. Dabei wird jedoch eine Pauschalisierung betrieben, die einer versachlichten Betrachtungsweise nicht standhalten kann. Denn würde man alle Importe von lebenden Tieren verbieten, würde man damit zwei negativen Grundtendenzen Vorschub leisten. Die erste bestünde darin, dass Liebhaber leider fast immer bereit sind, für illegale Importe und seltene Tiere und Pflanzen Phantasiepreise zu bezahlen, was den Schwarzmarkt zu einem sehr lohnenden Geschäft machen könnte. Diese Form des Tierhandels geht dann leider immer zu Lasten der betroffenen Arten, da nun die Transportwege länger und verschlungener werden, und es dadurch bedingt zu höheren Verlustraten und rein zwangsläufig auch zu astronomischen Preisen kommt. Und zweitens würde man den Menschen aus den Herkunftsländern der Tiere, die vom Tierfang leben müssen, die Existenzgrundlage entziehen. Da diese leider in vielen Fällen nicht über das gleiche Bildungsniveau und den gleichen Lebensstandard wie die Menschen in den Industrieländern verfügen, würden sie die marinen Ressourcen ihrer Riffe lediglich noch zur Nahrungsgewinnung oder zum Hausbau nutzen, wodurch eine nachhaltige Nutzung bei stark anwachsenden Bevölkerungszahlen leider ausgeschlossen wird.                                                                                                                           
Daher leistet die Meerwasseraquaristik einen unschätzbaren Beitrag für die Schaffung von Umweltbewusstsein in den tropischen Herkunftsländern der Tiere, den die sonst übliche Tagespolitik leider meistens nicht leistet. Es sei jedoch der Vollständigkeit halber angemerkt, dass es auch etliche Arten gibt, deren Aquarienhaltung wegen ihrer Größe, Giftigkeit oder sonstiger Verhaltensweisen keinen Sinn macht, so dass hier Positivlisten letztlich auch im Interesse der Tierhalter liegen sollten. Eine gezielte Nachzucht möglichst vieler Arten wäre zwar wünschenswert, bedeutet aber auch meist einen hohen Aufwand, den der Durchschnittshobbyist meistens nicht mehr leisten kann. Darüber hinaus ist es fraglich, ob man durch Nachzucht tatsächlich Arten dauerhaft der Nachwelt erhalten kann, ohne dass hierbei Inzuchten entstehen.  Zurzeit gibt es auch einige erfreuliche Projekte, bei denen Korallen und Riesenmuscheln in spezielle Zuchtanlagen gebracht werden, und erst exportiert werden, nachdem sie vermehrt und auf entsprechende Größen herangezogen wurden. Es versteht sich von selbst, dass hierbei eine ganz andere Wertschöpfung stattfindet als bei Tieren, die nur dem Nahrungserwerb oder dem Hausbau (betrifft nur Steinkorallen) dienen sollen. Der Wert der gehandelten Tiere ist pro Kilogramm gerechnet um ein vielfaches höher als der von Lebensmitteltieren!                                                                 
Auch gab es bereits lokale Projekte, um die Fischer für nachhaltige Fischerei zu gewinnen und entsprechend auszubilden. Hier wurden erste Erfolge erzielt – so beispielsweise bei der Befischung von Seepferdchen, in dem man die Fischer darauf trainierte, die Brut tragenden Männchen und nicht ausgewachsene Tiere wieder frei zu lassen. Schon nach kurzer Zeit merkten die Fischer, dass ihre Seepferdchenbestände nicht mehr überstrapaziert wurden, und die Nachhaltigkeit des Konzeptes setzte sich durch.

Hier eine beispielhafte private Homepage:
http://mikroriff.jimdo.com/tropisches-meerwasser/

 
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